2 Jahre Probezeit....

Der EMU-Stammtisch

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powermanpapa
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Beitrag von powermanpapa »

drullse hat geschrieben:Und 66mal Abfindung und Ärger gespart...
Wenn das tatsächlich so gehandhabt wird, dann wunderts mich nicht das Deutschland mitlerweile Arsch der Welt ist

Allerdings wäre ich in nem Job in dem ich ohne weiteres austauschbar bin, nicht wirklich glücklich

Übrigens der Handwerksbetrieb in dem ich zu letzt war, hatte 2 Ing, 20 Meister und weitere 100 Monteure und Lehrlinge---auch nicht grade ne Klitsche
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Anja
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Beitrag von Anja »

Und jedes Mal im Hinterkopf: Wirft er mich raus und sucht sich einen anderen, wenn ich mal krank bin, auf pünktlichen Dienstschluß oder Urlaub bestehe? Darf ich mir gar keinen Fehler mehr erlauben? Darf ich nie langfristig planen, was private Investitionen und sonstige Lebensplanung angeht?

Unsicherheit ist frustrierend, ist demotivieren, senkt die Arbeitsleistung.

Anja
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drullse
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Beitrag von drullse »

Anja hat geschrieben:Und jedes Mal im Hinterkopf: Wirft er mich raus und sucht sich einen anderen, wenn ich mal krank bin, auf pünktlichen Dienstschluß oder Urlaub bestehe? Darf ich mir gar keinen Fehler mehr erlauben? Darf ich nie langfristig planen, was private Investitionen und sonstige Lebensplanung angeht?

Unsicherheit ist frustrierend, ist demotivieren, senkt die Arbeitsleistung.

Anja
Exakt so ist es - und ich spreche da sehr deutlich aus eigener Erfahrung!
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MöMö
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Beitrag von MöMö »

So blöd wie in kekos Beispiel dargestellt ist auch kein vernünftiger (das ist die Einschränkung) Unternehmer. Nach einem Jahr ist ein neuer Mitarbieter gerade mal eingearbeitet, sprich entfaltet erst dann seine richtige Produktivität. Bei längeren Projekten, Großbaustellen mal als Beispiel, wäre es geradezu töricht, alle 2 Jahre die Bauleitung auszuwechseln.
Und nochwas: Nicht nur der Mitarbeiter ist in der Probezeit, sondern auch die Firma.
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keko
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Beitrag von keko »

Eisenmann hat geschrieben: Nach einem Jahr ist ein neuer Mitarbieter gerade mal eingearbeitet, sprich entfaltet erst dann seine richtige Produktivität.
Wo arbeitest du?

Einarbeitungszeit --- was ist das?!

"Von 0 auf 100" ist das Motto heutzutage....
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MöMö
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Beitrag von MöMö »

keko hat geschrieben:
Wo arbeitest du?

Einarbeitungszeit --- was ist das?!

"Von 0 auf 100" ist das Motto heutzutage....
Klar, kenn ich auch die Sprüche. Die Realtität sieht anders aus. Kein mensch kennt nach 3 Tagen alle Zusammenhänge, Histörchen, Hierachien, etc., die man eben wissen muß.
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Anja
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Beitrag von Anja »

In der Firma, in der ich arbeite gibt es viele Aufträge, die auf ein Jahr beschränkt sind. Bisher gab es befristete Verträge für 1 Jahr (oder weniger). Ich nehme an, daß das für uns sehr praktisch ist, da dann Mitarbeiter eingestellt werden können und dann sobald irgendeine Maßnahme ausläuft und nicht verlängert wird, entlassen werden.

Vielleicht bringt es bei uns sogar Vorteile, da bisher Mitarbeiter, die kein drittes Mal (nach 2 Jahren) verlängert werden konnten jetzt doch bleiben können.

Die Sache mit der Unsicherheit bleibt jedoch trotzdem.

Anja
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Linus
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Beitrag von Linus »

Eisenmann hat geschrieben:Klar, kenn ich auch die Sprüche. Die Realtität sieht anders aus. Kein mensch kennt nach 3 Tagen alle Zusammenhänge, Histörchen, Hierachien, etc., die man eben wissen muß.
Stimmt. Theoretisch von Nulla uf Hundert, aber gerade wegen der fehlenden Einarbeitung dauert es eher 2 Jahre als 1 bis ein MA voll einsetzbar ist.

Nur mal um Euch neidisch zu machen: meine letzte Einarbeitung dauerte 3 Monate. In der Zeit hatte ich striktes Verbot von meinem Chef, mich um mein Aufgabengebiet zu kümmern, sondern nur rumzufahren um den Konzern, die Arbeitsweisen und die zukünftigen Ansprechpartner kennenzulernen.

Zu kekos Schreckens-Szenario: in der Realität sieht es eher so aus, daß es gar nicht so einfach ist, qualifizierte Ingenieure zu finden. Ständiges kommen und gehen spricht sich rum, damit werden die Qualifizierten diese Firmen meiden. Die Firma wird also bei dem von Keko beschriebenen Szenario ständig mit unterqualifizierten Leuten in der Einarbeitung arbeiten - das halten die nicht lange durch.

Ich glaube nicht, daß 2Jahre Probezeit das Allheilmittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind. Allerdings könnte das dazu beitragen ein gewisses Umdenken zu bewirken - weg vom sicheren Arbeitsplatz für immer hin zu mehr Flexibilität. Das wäre dann IMHO durchaus ein Beitrag zur Förderung der Attraktivität des Standortes Deutschland.
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drullse
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Beitrag von drullse »

Linus hat geschrieben:Allerdings könnte das dazu beitragen ein gewisses Umdenken zu bewirken - weg vom sicheren Arbeitsplatz für immer hin zu mehr Flexibilität. Das wäre dann IMHO durchaus ein Beitrag zur Förderung der Attraktivität des Standortes Deutschland.
Ja - aber dann soll bitte keiner heulen, wenn die Menschen keine Häuser bauen und keine Familien gründen...
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Linus
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Beitrag von Linus »

drullse hat geschrieben:
Ja - aber dann soll bitte keiner heulen, wenn die Menschen keine Häuser bauen und keine Familien gründen...
Was hat das damit zu tun?
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keko
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Beitrag von keko »

drullse hat geschrieben:
Ja - aber dann soll bitte keiner heulen, wenn die Menschen keine Häuser bauen und keine Familien gründen...
Richtig. Beides setzt eine gewisse Kontinuität und Planbarkeit voraus. Mit Haus+Kind hast du 2 große Klötze am Hals.

Das ganze Flexibiltätsgequatsche ist doch eh für die Tonne.
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Beitrag von trifi70 »

Anja hat geschrieben:Darf ich nie langfristig planen, was private Investitionen und sonstige Lebensplanung angeht?
Darauf läuft es hinaus.. und ist (inzwischen ?!) als "normal" anzusehen. Ich weiß allerdings nicht, wie es in Westdeutschland vor 20 Jahren aussah...
Unsicherheit ist frustrierend, ist demotivieren, senkt die Arbeitsleistung.
Volle Zustimmung. Trotzdem hilft es, sich daran zu "gewöhnen" :(
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drullse
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Beitrag von drullse »

Linus hat geschrieben:Was hat das damit zu tun?
Siehe keko.

Ich habe keine Kinder und werde auch nie welche haben, aber würde ich das in Betracht ziehen, dann sicher nur, wenn ich einigermaßen davon ausgehen kann, dass diese auch ein Familienleben vorfinden. Und nicht, wie in meiner Firma an einem Paradebeispiel gezeigt, 3 Kinder und Frau am anderen Ende der Republik wohnen und nur am Wochenende gesehen werden (und weil Frau ja auch voll beschäftigt ist von nem Kindermädchen groß gezogen werden). Auf der Tagung Mo/Di gab es einen interessanten Vortrag zu diesem Thema.

Thema Hausbau: Du baust ein Haus und fliegst nach 1,5 Jahren von heute auf morgen raus. Was macht die Bank? Sie wird Dir den Kredit kündigen. Denn in Zeiten strengerer Risikorichtlinien und geringerer Margen, dürfen Kredite nicht ausfallen. Das führt eher dazu, dass entweder weniger Geld rausgereicht wird oder die Kredite deutlich teurer werden. Beides ist mit Sicherheit kein Antrieb für die Häuslebauer.


Familie und Hausbau sind eindeutig mit dem Begriff der Kontinuität verbunden - Unsicherheit im Job ganz sicher nicht.
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Beitrag von MöMö »

drullse hat geschrieben:Ja - aber dann soll bitte keiner heulen, wenn die Menschen keine Häuser bauen und keine Familien gründen...
Full ACK! So ist es. Wenn ich drüber nachdenke, wie gut es (in der Hinsicht, dafür sind sie ohne Vater aufgewachsen) meine Eltern in diesm Punkt hatten. Wachstum, zweistellige Lohnrunden, "Massen"arbeitslosigkeit bei 0,5 Mio ....
Geh doch heute mal zur Bank und frag nach nem Kredit für ein Haus. Geht doch nur als Beamter, oder wenn man den Kredit nicht mehr braucht. Ohne Haus kein Kredit, ohne Kredit kein Haus. Von den Schwierigkeiten, die das für Existenzgründer mit sich bringt, ganz zu schweigen.
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keko
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Beitrag von keko »

drullse hat geschrieben: Familie und Hausbau sind eindeutig mit dem Begriff der Kontinuität verbunden - Unsicherheit im Job ganz sicher nicht.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Trend langfristig Richtung Amerika geht:

Meist beide Eltern berufstätig, dabei teilweise in mehreren, wechselnden Jobs. Kinder werden von der Nanny großgezogen und man zieht öfters mal um. Häuser werden billiger und schneller abzahlbar.
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