Re: Ernährung für Sportler
Verfasst: 11 Jan 2017 20:23
Klugschnacker hat geschrieben:Ordentlich Parmesan obendrauf
Klugschnacker hat geschrieben:Ordentlich Parmesan obendrauf
Ja, leider. Ist gesund, macht andere satt und zufrieden.Klugschnacker hat geschrieben:Wirklich "leider"? Dann mache nur einen kleinen Salat und schnipple ein paar sättigende Sachen hinein, zum Beispiel etwas knackig angebratenes Gemüse, das Du am liebsten isst. Knusprige Kartoffelstücken, grünen Spargel, rote Beete … und den Salat als Beilage verwenden.Anja hat geschrieben:Salatberge frustrieren mich nur und machen mich nicht satt. Leider.
Hübsch sehen auf einem Teller neben einer großen Salatgarnitur meine Kartoffelschiffchen aus:
Zwei große Kartoffeln samt Schale kochen und etwas abkühlen lassen. Längs halbieren und mit einem Teelöffel vorsichtig etwas aushöhlen. Das sind die Schiffchen. Die Kartoffelmasse in einer kleinen Schale mit Spinat und Creme Fraiche (oder einer pflanzlichen Sahne) mischen, salzen, und zurück in die Kartoffelschiffchen geben. Ordentlich Parmesan obendrauf und ab in den Ofen. Wer keinen Parmesan verwenden möchte, kann frisch zerhackte Nüsse (Mixer) mit etwas Olivenöl und Salz mischen, und das auf die Schiffchen streuen.
Zusammen mit dem Salat auf dem Teller anrichten und mit einigen halbierten Kirschtomaten bunt verzieren.
Klugschnacker hat geschrieben:Versuch macht kluch.
Guter Tip - das werde ich mal beobachten. Ich trinke durchaus oft nichts zum Essen, erst danach dann.Wenn Du so kurz nach einer Mahlzeit wieder Hunger hast, trinkst Du möglicherweise zu wenig während oder nach dem Essen. Das ist gerade dann wichtig, wenn man viel Gemüse oder Vollkorn zu sich genommen hat.
Das finde ich wieder interessant. Hast Du die Ernährung nach diesen zwei Monaten verändert? Warum nimmst Du nicht mehr weiter ab? Ich muss doch mal wieder mehr im Thema wühlen, merke ich.Bei mir hat das alles sehr gut funktioniert. Y und ich haben zusammen innerhalb von vielleicht 2 Monaten 11 Kilo abgenommen. Seit 2 oder 3 Monaten bin ich jetzt stabil bei ca. 73.5 kg. Mein Renngewicht in den letzten 10 Jahren war 75.5 kg. Das Wintergewicht eher bei 80 kg, und ich habe mich dann wie Du wirklich grammweise wieder runtergekämpft.
Ja, kenne ich. Daran dachte ich auch, eben auch daran, dass Du ja schon nicht mehr isst, wie der Durchschnittsdeutsche. Ich habe einige Schwächen, die sicher zum Gewicht beitragen und an denen ich arbeiten muss. So drastisch war mein Gewichtsverlust aber nie, egal was ich gemacht habe.Das ist für mich persönlich auch deshalb bemerkenswert, weil ich zuvor bereits ein Jahr oder zwei vegetarisch gelebt habe. Fleisch habe ich gemieden, Fisch, Käse und Eier habe ich gern gegessen. Ich habe brav meinen Magerquark mit Früchten verzehrt, Schwarzbrot mit magerem Forellenfilet und so weiter, also bereits gewichtsbewusst. Süßigkeiten oder Chips habe ich seit Jahren nicht mehr im Haus. Der Abnehmeffekt war insgesamt sehr gering und es war jedes Jahr wirklich zäh, im Juli wieder ein gutes Gewicht zu haben. Du kennst das.
Ich habe mir mal die nächsten 4 Wochen angeschaut und mich gefragt, wie ich da so eine Ernährung hinbekommen könnte und an welchen Tagen/Gelegenheiten ich das vergessen kann. Es sind einige aber beileibe nicht die Hauptzahl der Tage.Was ich damit sagen will: Der Schritt zu einer Ernährung, die auf tierische Produkte verzichtet, war für mich verhältnismäßig klein. Statt Käse und Fisch esse ich jetzt halt was anderes, kein Problem. Der Abnehmeffekt ist aber sehr deutlich, und ich kann Dir versichern, dass ich keine Kalorien gezählt oder gehungert habe. Es ist schließlich Off-Season. Trotzdem habe ich jetzt ein Gewicht wie vor 20 Jahren, und am Bauch zeigt sich (mit etwas gutem Willen) ein kleines Sixpack. Ich war also, wie Du auch, bereits in den Jahren zuvor gefühlsmäßig sehr nah dran an dem, wie ich mich heute ernähre. Einen wirklichen Erfolg verzeichne ich aber erst jetzt. Falls sich das auf Dich übertragen lässt, bin ich zuversichtlich, dass es bei Dir ebenfalls funktionieren wird.
Das ist extrem verallgemeinert und stark geschönt in Richtung vegan.Klugschnacker hat geschrieben:
Wenn Du tierische Produkte und alle Fertigprodukte weglässt, ist fast alles vom Tisch, was eine hohe Kaloriendichte hat. Und fast alles, was schnell wieder Hunger macht. Du kannst Dich satt essen und hast nicht bald darauf wieder Hunger, und nimmst nur relativ wenige Kalorien zu Dir.
Ein ganzes Kilo Tomaten enthält 180 kcal. Ein Kilo Zucchini 170 kcal. Ein Kilo Kürbis 240 kcal. Ein Kilo Spinat 230 kcal. 100 Gramm (!) Lyoner Wurst enthalten 240 kcal. 100 Gramm (!) Gouda enthalten 350 kcal. Du kannst also drei Scheiben Gouda essen, oder ein ganzes Kilo Gemüse, oder zwei Kilo Tomaten. Deswegen kannst Du frisches Gemüse und Salat essen, bis Du platzt, und gleichzeitig abnehmen..
das ist im Wesentlichen auch meine bewährte(!) Strategie, um "Gewicht zu machen".glaurung hat geschrieben: Ich esse auch sehr viel Salat, aber der muss meiner Ansicht nach immer auch in irgendeiner Form einen Proteinträger haben, um satt zu machen. Dafür nehm ich z.B
Walnüsse = vegan
Käsescheiben = vegetarisch
magere Fleisscheiben wie Kochschinken = tierisch
Fisch wie Lachs = tierisch
Zum Anhänger irgend einer Ernährungssekte werde ich deswegen wohl nicht werden.Klugschnacker hat geschrieben: Entscheidend ist, dass Du Gemüse so zuzubereiten lernst, dass Du es sehr gerne isst. Und zwar richtig derb gerne.
Paleo ist mitnichten das exakte Gegenteil von vegan. So ist für einen Paleoaner wie für einen Veganer Gemüse und Salat die Basisernährung. Die jeweiligen Gründe dürften bekannt sein. Darüber hinaus essen weder Veganer noch Paloeaner Milchprodukte, wenn auch hier wieder aus völlig unterschiedlichen Gründen, die ebenfalls bekannt sein dürften.drullse hat geschrieben: (weil Paleo ja quasi das exakte Gegenteil vom Veganismus ist)
Über die Aminosäuren mache ich mir keinen Kopf. Es gibt haufenweise Veganer, die Leistungssport betreiben und da kein Problem haben oder hatten. Einer davon war Carl Louis in seiner besten Zeit. Viele pflanzliche Nahrungsmittel enthalten Eiweiß, zum Beispiel Brot oder Hülsenfrüchte. Nach anstrengenden Trainingseinheiten rühre ich mir ein veganes (Soja-) Proteinpulver ins Müsli, das gut schmeckt. Ein Gorilla hat mehr Muckis als ich, und er ist strikter Veganer.drullse hat geschrieben:- wie stellst Du die Versorgung mit allen essentiellen Aminosäuren sicher? Mein Stand ist, dass es bei veganer Ernährung da Defizite gibt irgendwann (erst Recht bei dem Trainingspensum).
- wenn ich mich recht erinnere, warst Du seinerzeit mit Pinkpoison in regem Austausch und hast auch Teile seiner Ernährungsphilosphie übernommen mit dem Resultat, dass Sehnenprobleme merkbar besser wurden. Warst Du da noch Fleischesser (weil Paleo ja quasi das exakte Gegenteil vom Veganismus ist) und wir kam dann die Wandlung?
Warum? Du bekommst doch in den meisten Discountern alles Nötige. Gemüse, Salate, Nüsse, Öl, Reis, Hülsenfrüchte, eine Auswahl Brot, Aufstriche, und so weiter. Du brauchst keinen anderen Laden, sondern andere Rezepte!chris.fall hat geschrieben:Mein Problem ist nur, dass zwei Häuser weiter der Discounter steht. Und da ich mitten in einem Wohn- und Altbauviertel wohne, sind Läden mit einer größeren Auswahl an Lebensmitteln gefühlt eine halbe Tagesreise entfernt. Sprich, alle Kombinationen an Salaten mit Zutaten aus dem Discounter habe ich schon x-mal durch... Zum Anhänger irgend einer Ernährungssekte werde ich deswegen wohl nicht werden.
So in der Art mache ich es ja schon immer, was Obst angeht, bisher hat alles gepasst. Die Geschichte mit dem Gorilla musste ich dann aber doch mal googeln. Auch der braucht essentielle Stoffe aber anscheinend nix, was es nicht im Planzenreich gibt.Klugschnacker hat geschrieben:Über die Aminosäuren mache ich mir keinen Kopf. Es gibt haufenweise Veganer, die Leistungssport betreiben und da kein Problem haben oder hatten. Einer davon war Carl Louis in seiner besten Zeit. Viele pflanzliche Nahrungsmittel enthalten Eiweiß, zum Beispiel Brot oder Hülsenfrüchte. Nach anstrengenden Trainingseinheiten rühre ich mir ein veganes (Soja-) Proteinpulver ins Müsli, das gut schmeckt. Ein Gorilla hat mehr Muckis als ich, und er ist strikter Veganer.In jedem unserer Trainingslager sind einige Veganer dabei, und sie machen einen fitten Eindruck.
OK, das kann ich durchaus nachvollziehen, zuviel Weizenprodukte und vor allem Zucker spüre ich auch körperlich.Paleo habe ich ausprobiert, allerdings mit wenig Fleisch und viel Gemüse. Ich war und bin zu faul um wegen einem Stück Fleisch zum Biometzger zu gehen, sondern ich kaufe gerne im großen Supermarkt oder auf dem Markt am Münster, der nur einen Steinwurf entfernt ist. Meiner Achillessehne hat damals der Verzicht auf Weizen geholfen, zumindest glaube ich das; sicher ist es freilich nicht.
Dieses "Riesengeschiss" kommt halt von den an anderer Stelle genannten Lifestyle-Veganern. Wie schon geschrieben, ich werde es mal angehen aber nicht dogmatisch (Parmesan, Du weißt schonIch habe das Paleo-Dings aus Interesse gemacht, stand aber damals bereits dem Fleischkonsum aufgrund der Massentierhaltung kritisch gegenüber. Daher hat das für mich auf Dauer nicht recht gepasst. Ich habe dann Vegetarisch gelebt. Nicht weil es gesünder wäre (was es jedoch ist), sondern rein aus ethischen Gründen. Dabei war mir die ganze Zeit klar, dass von hier aus noch ein Schritt zu gehen ist, denn was mit den Milchkühen und den Legehennen passiert, ist nicht witzig. – In den Medien wird ein Riesengeschiss um die vegane Ernährung gemacht, sodass ich recht großen Respekt vor diesem Schritt hatte. In Wirklichkeit ist es total einfach und auch kulinarisch äußerst zufriedenstellend, wenn man sich darauf einlässt. Es ärgert mich, dass ich das nicht bereits früher gemacht habe.
Viel zu unaufgeregt...Damit verbinde ich jedoch keinen Appell an andere Menschen. Jeder kann das für sich frei entscheiden, ebenso wie ich das für mich frei entschieden habe. Ich finde es gut, wenn jemand dafür offen ist, an ein paar Tagen in der Woche auf tierische Produkte zu verzichten. Doch ich kritisiere mit Überzeugung die Politik, welche die Barbarei in unserer Tierhaltung zulässt und damit letztlich erzwingt – denn wer als Bauer nicht mitzieht, geht wahrscheinlich unter.
Siehe oben. So sollte es ja eigentlich auch sein. Aber schau Dir die Diskussionen über Ernährungskonzepte und -philosophien an. Mord und Totschlag...Für mich sind da jetzt erstmal alle Ampeln auf grün. Ich fühle mich sehr gut, esse lecker und reichlich, und habe für meine Verhältnisse ein sehr gutes Gewicht. Ich sehe da nichts Dogmatisches, sondern einfach eine Ernährungsoption, eine Möglichkeit, ein Angebot, das man für sich nutzen kann – ganz, oder ab und zu, oder auch gar nicht. Jeder wie er will.
So geht es mir auch.Klugschnacker hat geschrieben:Du brauchst keinen anderen Laden, sondern andere Rezepte!