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Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 01:32
von Klugschnacker
Das Sprungbrett

Ein Mensch, den es nach Ruhm gelüstet,
Besteigt, mit großem Mut gerüstet,
Ein Sprungbrett - und man denkt, er liefe
Nun vor und spränge in die Tiefe,
Mit Doppelsalto und dergleichen
Der Menge Beifall zu erreichen.

Doch läßt er, angestaunt von vielen,
Zuerst einmal die Muskeln spielen,
Um dann erhaben vorzutreten,
Als gält's, die Sonne anzubeten.
Ergriffen schweigt das Publikum -
Doch er dreht sich gelassen um
Und steigt, fast möcht man sagen, heiter
Und voll befriedigt von der Leiter.

Denn, wenn auch scheinbar nur entschlossen,
Hat er doch sehr viel Ruhm genossen,
Genau genommen schon den meisten -
Was sollt er da erst noch was leisten?
(Eugen Roth)
:ditsch

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 11:28
von keko
Klugschnacker hat geschrieben:Das Sprungbrett

Ein Mensch, den es nach Ruhm gelüstet,
Besteigt, mit großem Mut gerüstet,
Ein Sprungbrett - und man denkt, er liefe
Nun vor und spränge in die Tiefe,
Mit Doppelsalto und dergleichen
Der Menge Beifall zu erreichen.

Doch läßt er, angestaunt von vielen,
Zuerst einmal die Muskeln spielen,
Um dann erhaben vorzutreten,
Als gält's, die Sonne anzubeten.
Ergriffen schweigt das Publikum -
Doch er dreht sich gelassen um
Und steigt, fast möcht man sagen, heiter
Und voll befriedigt von der Leiter.

Denn, wenn auch scheinbar nur entschlossen,
Hat er doch sehr viel Ruhm genossen,
Genau genommen schon den meisten -
Was sollt er da erst noch was leisten?
(Eugen Roth)
:ditsch
Schönes Gedicht, aber was hat das mit mir zu tun? :lol:

Interessante Gedanken einer 16jährigen:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 494bd.html

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 12:40
von thilo69
keko hat geschrieben:Interessante Gedanken einer 16jährigen:
Mit 16 Jahren schon solche Gedanken! :oops:

Interessant fand ich vorallem den Absatz mit den ganzen Dingen, die man in der Schule lernt, ...und dann nie wieder braucht (bzw. bei google nachschlagen kann).

Hatte kürzlich ne interessante Diskussion darüber. Einhellige Meinung: Man sollte den Kindern Chemi, Bio, Erdkunde,...+co. als ein Fach "Allgemeinwissen" beibringen, und die Details, die sich ohnehin niemand merken kann, einfach weglassen.

Reicht doch, dass man z.B. weiß, das die Chemischen Elemente in einem Ordnungssystem untergebracht sind. Das Kupfer die Ordnungszahl 29 hat, interessiert heute doch keine alte #§$ mehr, Chemiker vielleicht ausgenommen.

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 12:49
von FMMT
thilo69 hat geschrieben:
keko hat geschrieben:Interessante Gedanken einer 16jährigen:
Mit 16 Jahren schon solche Gedanken! :oops:

Interessant fand ich vorallem den Absatz mit den ganzen Dingen, die man in der Schule lernt, ...und dann nie wieder braucht (bzw. bei google nachschlagen kann).

Hatte kürzlich ne interessante Diskussion darüber. Einhellige Meinung: Man sollte den Kindern Chemi, Bio, Erdkunde,...+co. als ein Fach "Allgemeinwissen" beibringen, und die Details, die sich ohnehin niemand merken kann, einfach weglassen.

Reicht doch, dass man z.B. weiß, das die Chemischen Elemente in einem Ordnungssystem untergebracht sind. Das Kupfer die Ordnungszahl 29 hat, interessiert heute doch keine alte #§$ mehr, Chemiker vielleicht ausgenommen.

Volle Zustimmung :applaus

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 12:52
von drullse
thilo69 hat geschrieben:Reicht doch, dass man z.B. weiß, das die Chemischen Elemente in einem Ordnungssystem untergebracht sind. Das Kupfer die Ordnungszahl 29 hat, interessiert heute doch keine alte #§$ mehr, Chemiker vielleicht ausgenommen.
Höhö - erinnert mich an meinen Prof in anorganischer Chemie, der meinte, man müsse das PSE auswendig kennen und dann in den Prüfungen so Sachen fragte wie "Sie stehen mit einem Springer auf Sauerstoff, welche Elemente können Sie mit legalen Zügen erreichen?" (selbstverständlich ohne PSE in der Hand)

Vollkommen unsinnig sowas.

Das Mädchen aus dem Artikel hat einen sehr guten Sinn für die Realität, hoffentlich frustriert sie das in Zukunft nicht zu sehr. Aber so wie sie es beschreibt, zieht das Leben an Einem vorbei (und vorüber, wenn man nicht aufpasst).

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 13:05
von keko
drullse hat geschrieben: Das Mädchen aus dem Artikel hat einen sehr guten Sinn für die Realität, hoffentlich frustriert sie das in Zukunft nicht zu sehr. Aber so wie sie es beschreibt, zieht das Leben an Einem vorbei (und vorüber, wenn man nicht aufpasst).
Es gibt ein Gegenmittel und das heißt: entschleunigen. Ich versuche das auch meinen Kindern beizubringen und sage "Geh mal eine Weile in dein Zimmer und langweile dich" oder "Mach einfach mal eine Stunde lang gar nichts". Dann motzen sie immer rum, machen´s dann aber doch, fangen völlig unerwartete Dinge an (lesen, malen,...) und fühlen sich danach besser. Die jungen Leute können sich doch kaum mehr richtig langweilen, sind aber leicht gelangweilt.

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 13:25
von thilo69
keko hat geschrieben:entschleunigen
Sach ich doch immer! :tomtiger

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 16:48
von drullse
thilo69 hat geschrieben:
keko hat geschrieben:entschleunigen
Sach ich doch immer! :tomtiger
Und was machst Du, wenn Dein Chef in diese Kategorie fällt:
thilo69 hat geschrieben:Viele Leute wollen aber immer höher, weiter, besser,... und erwarten das auch von anderen.
Beispiele?

Unsere wirklich superfleißige Studentin steht am ersten Tag nach ihrem Urlaub in der Küche und unterhält sich mit einer Kommilitonin mit ner Tasse Tee in der Hand. Kurz darauf fragt mein Chef: "Was hat denn Frau L. grade alles auf dem Tisch? Vorhin stand sie in der Küche und hat sich unterhalten, kann kann ruhig noch ein wenig Druck auf den Kessel gegeben werden!" Da fragte man sich dann mi Stillen, warum hier Druck auf den Kessel gegeben werden soll, obwohl alle schon fast hohl drehen und andere Abteilungen/Mitarbeiter genüßlich 5mal am Tag eine dampfen gehen (und diese Zeit selbstverständlich nicht als Pause abziehen).

Oder: "Wir merken ja, dass die Themen nicht mehr so sehr strategisch sind sondern eher operativ, wir uns also nicht mehr in der Findungsphase befinden sondern im täglichen Geschäft. Das läuft auch alles ganz gut, aber jetzt müssen wir das Tempo doch etwas erhöhen!" Heißt - noch mehr Projekte, egal ob die alten schon beendet sind oder nicht, noch mehr Themen etc.

Wie entschleunigst Du da? IMHO nicht machbar, es sei denn, Du hast das ganz dicke Fell und lässt einfach die gesamte Arbeit liegen...

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 19:32
von FMMT
keko hat geschrieben:
drullse hat geschrieben: Das Mädchen aus dem Artikel hat einen sehr guten Sinn für die Realität, hoffentlich frustriert sie das in Zukunft nicht zu sehr. Aber so wie sie es beschreibt, zieht das Leben an Einem vorbei (und vorüber, wenn man nicht aufpasst).
Es gibt ein Gegenmittel und das heißt: entschleunigen. Ich versuche das auch meinen Kindern beizubringen und sage "Geh mal eine Weile in dein Zimmer und langweile dich" oder "Mach einfach mal eine Stunde lang gar nichts". Dann motzen sie immer rum, machen´s dann aber doch, fangen völlig unerwartete Dinge an (lesen, malen,...) und fühlen sich danach besser. Die jungen Leute können sich doch kaum mehr richtig langweilen, sind aber leicht gelangweilt.

Ok, probier ich auch mal an meinen Jungs aus :blue :daumen

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 13 Okt 2011 22:00
von keko
drullse hat geschrieben: Beispiele?

Unsere wirklich superfleißige Studentin steht am ersten Tag nach ihrem Urlaub in der Küche und unterhält sich mit einer Kommilitonin mit ner Tasse Tee in der Hand. Kurz darauf fragt mein Chef: "Was hat denn Frau L. grade alles auf dem Tisch? Vorhin stand sie in der Küche und hat sich unterhalten, kann kann ruhig noch ein wenig Druck auf den Kessel gegeben werden!" Da fragte man sich dann mi Stillen, warum hier Druck auf den Kessel gegeben werden soll, obwohl alle schon fast hohl drehen und andere Abteilungen/Mitarbeiter genüßlich 5mal am Tag eine dampfen gehen (und diese Zeit selbstverständlich nicht als Pause abziehen).

Oder: "Wir merken ja, dass die Themen nicht mehr so sehr strategisch sind sondern eher operativ, wir uns also nicht mehr in der Findungsphase befinden sondern im täglichen Geschäft. Das läuft auch alles ganz gut, aber jetzt müssen wir das Tempo doch etwas erhöhen!" Heißt - noch mehr Projekte, egal ob die alten schon beendet sind oder nicht, noch mehr Themen etc.

Wie entschleunigst Du da? IMHO nicht machbar, es sei denn, Du hast das ganz dicke Fell und lässt einfach die gesamte Arbeit liegen...
Ich kenne das und weiß, wie schwierig so eine Situation sein kann. Ich würde versuchen einfach mein Ding zu machen und wenn es mir an die Substanz gehen würde, würde ich wechseln. Man darf sich niemals unterkriegen lassen. Niemals!

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 19 Okt 2011 10:41
von keko
"Mein Glaube sagt mir, dass mir im Geheimnis des gelebten Augenblicks das Geheimnis des lebendigen Gottes begegnen will, der ewiges Jetzt, Zukunft und Vergangenheit zugleich ist. Meine Zeit, mit allem, was sie enthält, kommt aus ihm und ist in ihm geborgen."

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 5bd17.html

Gott ist also auch hier ein höherdimensionales Wesen, das auf unsere Raumzeit blickt. Löst die Physik das Problem, dass sie mit der Zeit hat, ist sie womöglich der Religion ganz nah.

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 19 Okt 2011 11:26
von Klugschnacker
keko hat geschrieben:Gott ist also auch hier ein höherdimensionales Wesen, das auf unsere Raumzeit blickt.
Wenn man es genau nimmt, steht in dem obigen Zitat mit keiner Silbe, dass Gott ein höherdimensionales Wesen sei, das auf unsere Raumzeit blicken würde. Es wird lediglich auf einen persönlichen Glauben verwiesen, der Gott als ein Wesen sieht, das Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit zugleich sei. Man kann sich jetzt überlegen, was diese Zuweisung an Eigenschaften aussagt – und ob sie überhaupt etwas aussagt.
keko hat geschrieben:Löst die Physik das Problem, dass sie mit der Zeit hat, ist sie womöglich der Religion ganz nah.
Auf welche Aussage der Religion beziehst Du Dich? Siehst Du auch die Möglichkeit, dass der Fortschritt unseres naturwissenschaftlichen Wissens uns von den Aussagen der Religionen eher entfernt, wie es in den letzten 2000 Jahren ganz ausnahmslos der Fall war?

Grüße,
Arne

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 19 Okt 2011 12:25
von Thorsten
Klugschnacker hat geschrieben:Man kann sich jetzt überlegen, was diese Zuweisung an Eigenschaften aussagt – und ob sie überhaupt etwas aussagt.
Ich war spontan bei letzterem und empfand es als einen ziemlichen Gummisatz, zu dem ich keinerlei Zugang habe.

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 19 Okt 2011 13:50
von keko
Klugschnacker hat geschrieben:
keko hat geschrieben:Löst die Physik das Problem, dass sie mit der Zeit hat, ist sie womöglich der Religion ganz nah.
Auf welche Aussage der Religion beziehst Du Dich?
Den Mensch kann man als ein räumlich und zeitlich begrenztes Teil eines Ganzen, des Universums, betrachten. Die großen Weltreligionen helfen uns über dieses Dilemma hinweg, indem sie von Wiedergeburt, Neugeburt oder sonstwas Großem sprechen. Das ist eine Kernaussage der Religion.

Die Physik hat insofern ein Problem damit, indem sie die Zeit als grichteten Pfeil betrachtet, der immer von der Vergangenheit in die Zukunft zeigt. Mit der tiefen Überzeugung daran erscheinen viele Dinge einfach unmöglich, für sie ist einfach kein Platz. Auch dann nicht, wenn man die dahinter liegende Ordnungsmäßigkeit (Gesetze und Formeln) nicht versteht. Die Zeit ist in unserem Kosmos sicher fundamental. Könnte man die Zeit im Sinne als der wichtigen physikalischen Rechengröße überwinden, wäre möglicherweise auch die Kernaussage der Religionen (Überwindung des Dilemma als räumlich und zeitlich begrenztes Wesen) mit der Physik vereinbar.

Re: keko und sein Training für den Hausgebrauch

Verfasst: 19 Okt 2011 14:27
von Taunusschnecke
keko hat geschrieben:
drullse hat geschrieben: Das Mädchen aus dem Artikel hat einen sehr guten Sinn für die Realität, hoffentlich frustriert sie das in Zukunft nicht zu sehr. Aber so wie sie es beschreibt, zieht das Leben an Einem vorbei (und vorüber, wenn man nicht aufpasst).
Es gibt ein Gegenmittel und das heißt: entschleunigen. Ich versuche das auch meinen Kindern beizubringen und sage "Geh mal eine Weile in dein Zimmer und langweile dich" oder "Mach einfach mal eine Stunde lang gar nichts". Dann motzen sie immer rum, machen´s dann aber doch, fangen völlig unerwartete Dinge an (lesen, malen,...) und fühlen sich danach besser. Die jungen Leute können sich doch kaum mehr richtig langweilen, sind aber leicht gelangweilt.
Das kann ich nur bestätigen, wenn ich unsere Kinder mal mit Langeweile ins Zimmer schicke...werden die auch kreativ :ja
Man muss nur als Eltern die Motz-phase ignorieren... :lookaroun: