Nein, ich bin nicht blond. Aber wenn ich eine Ausbildungsstelle habe, verliere ich doch nicht meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Oder wir reden aneinander vorbei.Linus hat geschrieben:Das verstehe ich jetzt nicht ...
Ich hatte Dich so verstanden, dass die Unterschicht sich dann auf die Socken macht und "auf eigene Kappe" für den Lebensunterhalt sorgt. Das würde sie aber eher bei Ihresgleichen tun. Aber Du hast das wohl anders gemeint.
Na gut, ich sollte mich einfacher ausdrücken. Eigeninitiative, die eigene Situation zu verbessern, gehört gefördert. Heute wird sie aber eher bestraft.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Und wer soll das bezahlen?DragAttack hat geschrieben: Das Problem der Arbeitslosigkeit ist doch hauptsächlich, das wir in einer geselschaft leben, in der der Wert eines Menschen weitgehend an seiner beruflichen Produktivität gemessen wird. IMO wäre viel gewonnen, wenn es gelinge diese Koppelung zu durchschlagen und den Arbeitslosen ermunterte, sich andere sinnvolle Lebensinhalte zu suchen.
Gruß Torsten
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Wer sagt, dass das was kostet?drullse hat geschrieben:Und wer soll das bezahlen?
Finaziell kann man mit Harz4 überleben. Ich lebe momentan mit deutlich weniger. Mir geht es darum, Langzeitarbeitslosen nicht durch Schikanen das karge Leben noch weiter zu erschweren. Anstsatt ihn zu nötigen eine aussichtslose Bewebung nach der nächsten zu schicken, wäre es IMO wesentlich effektiver sich mit ihm hinzusetzen, zu überlegen, was er mit seiner Zeit sinnvoll anfagen kann. Welche Interessen hat er/hat er mal gehabt, wo lassen sich diese einbringen, ehrenamtliche tätigkeit, weiterbildung VHS, ...
Statt Taschenrechner wäre hier Gestaltungswille/bereitschaft der Verantwortlichen gefragt.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Zunächst mal kostet Arbeitslosigkeit immer. Darin sind wir uns wohl einig. Aus politischer Sicht MUSS das Ziel also sein, Arbeitsplätze zu schaffen.DragAttack hat geschrieben:Wer sagt, dass das was kostet?
Mir geht es darum, Langzeitarbeitslosen nicht durch Schikanen das karge Leben noch weiter zu erschweren. Anstatt ihn zu nötigen eine aussichtslose Bewebung nach der nächsten zu schicken, wäre es IMO wesentlich effektiver sich mit ihm hinzusetzen, zu überlegen, was er mit seiner Zeit sinnvoll anfagen kann. Welche Interessen hat er/hat er mal gehabt, wo lassen sich diese einbringen, ehrenamtliche tätigkeit, weiterbildung VHS, ...
Statt Taschenrechner wäre hier Gestaltungswille/bereitschaft der Verantwortlichen gefragt.
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Den Arbeitslosen zu motivieren ist wichtig und richtig, da gehe ich mit Dir d'accord. Aber schon wenn es losgeht mit ehrenamtlichen Tätigkeiten, die ansonsten auch von bezahlten Kräften ausgeführt würden wird es schwierig. Denn da schaffste dann die nächsten Arbeitslosen.
Weiterbildung kostet auch Geld. Wer bezahlt das?
Sicher kann man. Aber ob man dann noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann ist zumindest diskutabel. Im Stern war ein schöner Artikel über die Kultur der sozial Schwachen in Berlin und wie diese sich arrangiert haben. Aber Berlin ist nur eine Seite der Medaille.Finanziell kann man mit Harz4 überleben. Ich lebe momentan mit deutlich weniger.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
IMO ist genau hier der große Fehler...drullse hat geschrieben:Zunächst mal kostet Arbeitslosigkeit immer. Darin sind wir uns wohl einig. Aus politischer Sicht MUSS das Ziel also sein, Arbeitsplätze zu schaffen.
Wir werden nach meiner Überzeugung keine Vollbeschäftigung mehr haben. Wir müssen uns daher der Frage stellen, wie wir damit umgehen, dass ein großer Teil unserer Gesellschaft (x Mio.) arbeitslos ist und sein wird umgehen und wie diese leben sollen.
Die derzeitige situation führt dazu, dass zu der finanziellen Not Arbeitslosigkeit gekoppelt st mit geselschaftlicher Stigmatisierung und ausgrenzung. Die finanzielle Not zu lindern kostet Geld. Jedoch die geselschaftliche Stigmatisierung/Ausgrenzung zu lindern ginge nach meiner Überzeugung nahezu kostenlos. Hierzu jedoch wäre es notwendig, dass die verantwortlichen Politiker sich endlich von der Lüge der Vollbeschäftigung verabschieden um diese Aufgabe überhaupt wahrnehmen zu können.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
DragAttack hat geschrieben:Wir werden nach meiner Überzeugung keine Vollbeschäftigung mehr haben. Wir müssen uns daher der Frage stellen, wie wir damit umgehen, dass ein großer Teil unserer Gesellschaft (x Mio.) arbeitslos ist und sein wird umgehen und wie diese leben sollen.
Und ich stelle weiter die Frage, wie das finanziert werden soll. Unabhängig von der anderen Baustelle, den Arbeitslosen eine Perspektive zu geben.
In einer materialorientierten Welt wie unserer wirst Du keinen damit motivieren können, dass er am Rand des Existenzminimums sein Leben fristen soll aber es macht ja Spaß.
Wäre dem so, hätten wir nicht soviele Schuldner.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Deine Frage impliziert, dass es eine Alternative gäbe. Diese Alternative gibt es aber nur, wenn es möglich wäre, Vollbeschäftigung wieder herzustellen. Dieses halte ich für eine Illusion.drullse hat geschrieben:Und ich stelle weiter die Frage, wie das finanziert werden soll.
Arbeitslose wird es in Deutschland auf absehbare Zeit geben. Da wir sie nicht verhungern lassen können, haben wir keine andere wahl als ihr überleben zu finanzieren. Die Wahl, die wir haben ist, wie wir mit dem Problem umgehen. Ob wir die Augen davor verschließen und dei betroffenen dadurch an den Rand drängen, durch unsinnige Auflagen der Arbeitsämter zusätzlich zur finanziellen Not weiter schikanieren - oder ihnen im Rahmen der beschränkten finanziellen Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zubilligen, sie dabei unterstützen/beraten die verbleibenden Möglichkeiten zu nutzen.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Nein. Auch ohne Vollbeschäftigung sähe es in den Kassen anders aus. Und die werden immer knapper. Vollbeschäftigung wird es nicht mehr geben auf absehbare Zeit, das glaube ich auch. Aber 2 Mio ALG-Empfänger sind besser als 5 Mio.DragAttack hat geschrieben:Deine Frage impliziert, dass es eine Alternative gäbe. Diese Alternative gibt es aber nur, wenn es möglich wäre, Vollbeschäftigung wieder herzustellen.
Ja. Unterstützen und beraten bedingt mindestens Fortbildung der Unterstützer und Berater. Wer bezahlt?Arbeitslose wird es in Deutschland auf absehbare Zeit geben. Da wir sie nicht verhungern lassen können, haben wir keine andere wahl als ihr überleben zu finanzieren. Die Wahl, die wir haben ist, wie wir mit dem Problem umgehen. Ob wir die Augen davor verschließen und dei betroffenen dadurch an den Rand drängen, durch unsinnige Auflagen der Arbeitsämter zusätzlich zur finanziellen Not weiter schikanieren - oder ihnen im Rahmen der beschränkten finanziellen Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zubilligen, sie dabei unterstützen/beraten die verbleibenden Möglichkeiten zu nutzen.
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Nur damit das klar ist: ich glaube schon, dass das Geld da ist, aber es wird nicht locker gemacht. Vermutlich reden wir vom gleichen...
Allerdings: es muß auch Druck geben, sich um einen Job zu kümmern. Sonst arrangieren sich nämlich etliche in der sozialen Hängematte, die die anderen mit zunehmendem Murren finanzieren. Das geht auf Dauer auch nicht gut.
Zuletzt geändert von drullse am 17 Okt 2006 11:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Du setzt irgendwie voraus, daß immer dieselben arbeitslos sein müssen.DragAttack hat geschrieben:Deine Frage impliziert, dass es eine Alternative gäbe. Diese Alternative gibt es aber nur, wenn es möglich wäre, Vollbeschäftigung wieder herzustellen. Dieses halte ich für eine Illusion.drullse hat geschrieben:Und ich stelle weiter die Frage, wie das finanziert werden soll.
Arbeitslose wird es in Deutschland auf absehbare Zeit geben. Da wir sie nicht verhungern lassen können, haben wir keine andere wahl als ihr überleben zu finanzieren. Die Wahl, die wir haben ist, wie wir mit dem Problem umgehen. Ob wir die Augen davor verschließen und dei betroffenen dadurch an den Rand drängen, durch unsinnige Auflagen der Arbeitsämter zusätzlich zur finanziellen Not weiter schikanieren - oder ihnen im Rahmen der beschränkten finanziellen Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zubilligen, sie dabei unterstützen/beraten die verbleibenden Möglichkeiten zu nutzen.
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Ich halte das für falsch. Wir müssen nur mal davon wegkommen, das Stellenverlust und Arbeitslosigkeit ein Kainsmal in der Bewerbung darstellen. Und daß man von der Ausbildung bis zur Rente möglichst in derselben Firma arbeiten muß. Da müsset der Arbeistmarkt halt wesentlich dynamischer werden.
Ich kann Leute, die mich ernst nehmen, einfach nicht ernst nehmen,
Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
So ist es. Und das ist nicht Sache der Politik, sondern verquaster Personaler (au weia, jetzt gibts gleich von vb_man auf die Nuss!).Linus hat geschrieben:Wir müssen nur mal davon wegkommen, das Stellenverlust und Arbeitslosigkeit ein Kainsmal in der Bewerbung darstellen. Und daß man von der Ausbildung bis zur Rente möglichst in derselben Firma arbeiten muß. Da müsset der Arbeistmarkt halt wesentlich dynamischer werden.
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Schulverbot für Mädchen. Frauen zurück an den Herd. Arbeitsplätze für Männer. Und das Problem ist gelöst.
Oder so ähnlich.
Anja
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12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Zumindest setze ich voraus, dass wir in unserer Geselschaft einen hohen Anteil Arbeitsloser haben, die realistisch keine Arbeit mehr bekommen werden. Momentan schließt die Politik hiervor die Augen, anstatt sich zu überlegen, wie diese Menschen auch ohne Arbeitsplatz eine Lebensperspektive finden können, wird gefördert und gefordert, bis sich das Problem irgendwann biologisch erledigt.Linus hat geschrieben:Du setzt irgendwie voraus, daß immer dieselben arbeitslos sein müssen.
100% Zustimmung. Um dieses zu erreichen, muss jedoch zunächst die Arbeitslosigkeit ihren Schrecken verlieren.Ich halte das für falsch. Wir müssen nur mal davon wegkommen, das Stellenverlust und Arbeitslosigkeit ein Kainsmal in der Bewerbung darstellen. Und daß man von der Ausbildung bis zur Rente möglichst in derselben Firma arbeiten muß. Da müsset der Arbeistmarkt halt wesentlich dynamischer werden.
Die Situation ist doch grotesk. Einerseits haben wir Arbeitslosigkeit, andererseits leisetn diejenigen, die Arbeit haben Milliadenfach (teilweise unbezahlte) Überstunden um ihren arbeitsplatz zu behalten. Je weniger die Industrie Arbeitsplätze schafft, desto mehr gewinnt sie an Macht, desto mehr kann sie ihre Angestellten (sowie die Politik) mit drohender Arbeitslosigkeit erpressen.
Diesen Teufelskreis zu durchbrechen kann nur gelingen, wenn es uns gelingt auch in der Arbeitslosigleit einen Rest an Lebenswert zu erhalten.
Gruß Torsten
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Das mußt Du mir mal erklären, wie Du die Industrie dazu bringen willst, weniger Rendite zu verlangen, weil Arbeitslose ja auch ohne Arbeit glücklich werden und deshalb keine Angst mehr vor der Arbeitslosigkeit haben.DragAttack hat geschrieben:Diesen Teufelskreis zu durchbrechen kann nur gelingen, wenn es uns gelingt auch in der Arbeitslosigleit einen Rest an Lebenswert zu erhalten.
Gruß Torsten
Da bin ich gespannt.
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Re: Die klassenlose Gesellschaft ;)
Je größer die Angst vor Arbeitslosigkeit, desto eher lässt sich der Arbeitnehmer zu unbezahlten Überstunden erpressen. Ausbeutung wie sie z.B. bei LIDL immerwieder angeprangert wird, funktioniert doch nur durch die Angst der Angestellten vor der Arbeitslosigkeit.drullse hat geschrieben:Da bin ich gespannt.
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