Hier, wie in vielen anderen Lebensbereichen, ist es dann aber wieder die grosse Frage der Grenzziehung: Wann gilt ein Kind als sozial auffällig, wer entscheidet darüber ob ein Kind sozial auffällig ist. Bei Vorsorgeuntersuchungen ist das schwerlich möglich, da es den Rahmen sprengen würde, auch noch eine Sozialanlyse durchzuführen. Krippen-/Kindergarten-personal sind IMHO überfordert mit solchen Aufgaben (und idR auch nicht entsprechend qualifiziert) und bei Lehrern gibt es auch solche und solche.Wenn es nach 2-3 Lehrern in meiner kariere gegangen wäre, dann.... (sässe ich heute zumindest nicht da wo ich jetzt sitze).Linus hat geschrieben:Patentrezept habe ich keines, aber zunächst müsste man wohl mal davon wegkommen "nur" bei massiver körperlicher Vernachlässigung aufmerksam zu werden sondern systemmatisch auch auf Auffälligkeiten im Sozialverhalten zu achten - bei den Vorsorgeuntersuchungen, in Kindergärten und Schulen. Vor einer Heimunterbringung könnte ich mir viele Möglichkeiten der Hilfestellung für die Eltern vorstellen, wobei IMHO Hilfe und Kontrolle miteinander einhergehen müssten und im Interesse der Kinder auch das Prinzip der Freiwilligkeit nicht zwingend wäre.maultäschle hat geschrieben:Ja, seh ich ja genauso.powermanpapa hat geschrieben:Linus hat geschrieben: Ich halte es -mit Verlaub- für scheißegal warum Kinder verwahrlosen, wichtig wäre -wie schon geschrieben- ein funktionierendes Frühwarnsystem wenn sie zu verwahrlosen drohen und vor allem entsprechende, nachhaltig wirksame Mmaßnahmen wenn das Frühwarnsystem Alarm schlägt.
Ja!
Bleibt am Ende die Frage alle Fragen: wie erkennt man es rechtzeitig und wie geht man dagegen vor?
Wenn man so einen "faulen Apfel" in ein Kinderheim steckt, zieht er womöglich noch andere Kinder mit, die ohne diesen Einfluß vielleicht nicht auf die schiefe Bahn geraten würden...
Aber einfach nur wegsperren? Und ab welcher Straftat? Nicht jeder 8-jährige, der im Supermarkt Kaugummis klaut wird später ein Schwerstkrimineller...
Das Thema ist echt deprimierend.
Das ist ein ganz heikles Thema, weil man da ganz tief in das zurecht geschütze Familienleben eingreift. Oftmals sind Kinder nämlich nicht sozial gestört (zB bedingt durch das Elternhaus) sondern manchem Erzieher und/oder Lehrer einfach nur unbequem/unsympathisch, weil sie nicht so leicht manipulierbar sind wie andere.