Heißhunger beim Radfahren

Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten. Davon aber genug.

Moderator: Moderator

Benutzeravatar
PeterMUC
Das Wiesn-EMU
Beiträge: 6284
Registriert: 15 Mär 2005 12:00
Wohnort: Bei der Strick-Liesl

Beitrag von PeterMUC »

outergate hat geschrieben: das ist ein irrglaube.
die glykogene aus blutzucker und muskel sind bei höherer anstrengung zwangsläufig eher ausgelutscht, als wenn du in niedriger belastung unterwegs bist. du verbrauchst dann einfach mehr energie.
ABER, man fährt NICHT auf zuviel KH und zuwenig fett. relativ verschiebt sich das verhältnis zwar in richtung KH, absolut jedoch verbrauchst du mehr fett als im irreführend "fettverbrennungspuls" genannten bereich.
Aber geht es nicht gerade bei den langen Trainingseinheiten darum, den relativen Bereich zu verschieben ?? D.h. von ichsach ma 60:40 (Kohlenhydrate:Fett) zu 50:50 oder 40:60. Das ist doch genau das, was wir wollen. Das erreichst Du aber nicht, wenn Du immer zu schnell loslegst, da Du dann immer sehr viel energiereiche Phosphate zur Verfügung haben musst, die primär aus dem KH-Stoffwechsel kommen.
Ich gebe Dir voellig recht wasdie absolute Fettverbrennung angeht, die fuer jemanden der Fett loswerden will, sehr wichtig ist. Fuer uns, die wir den Stoffwechsel ökonomisieren wollen, ist die Verschiebung der relativen Bereich aber viel wichtiger.
outergate hat geschrieben:mein credo:
nüchtern fahren bis blutzucker und muskelglykogen halbwegs erschöpfend weggelutscht sind, dann aber nahrung zuführen, um den blutzuckerspiegel konstant zu halten. sonst gehts an die leber und das muss nich sein. der erziehungseffekt der leeren muskelspeicher bleibt der gleiche - man muss nur mal "reingefahren" sein, muss aber nicht ewig darin verharren. kammer ja eh nich. sonst machts plumps und man liegt irgendwo im graben oder steht mit zittrigen händen 2km vor der eigenen haustür :)

Ich finde das sehr schwierig umzusetzen, da Du den genauen Zeitpunkt finden musst, die KH zuzufuehren, ansonsten kommt der Mann mit dem Hammer und wirst a) frustriert und b) brauchst Du rel. lange um dich davon zu erholen. Das kann mal machen, aber wenn Du das zB in einem Radblock (Trainingslager oder langes WE) machst, koennte ich mir vorstellen, dass man sich da gut mit abschiessen kann.
Du kannst aus einem dicken Schwein kein Rennpferd machen,
aber Du kannst versuchen, daraus das schnellste Schwein zu machen.
Benutzeravatar
think-or-thwim
Das Grillmeister-Emu
Beiträge: 9567
Registriert: 18 Jun 2004 12:00
Wohnort: capital city
Kontaktdaten:

Beitrag von think-or-thwim »

Ich habe es letztens darauf zurückgeführt, daß ich normalerweise erst einmal kräftig in die Pedale treten muss, um aus dem Saartal herauszukommen. D.h. ich habe tatsächlich eine höhere Belastung gleich zu Anfang meiner Radtour, da es ausschließlich bergauf geht. Sobald ich aus dem Tal heraus bin, relativiert sich das wieder.

Allerdings hatte ich die schlimmste Hungerattacke nach 70km an der Saar entlang, sprich nach einer vollommen ebenen Fahrt. Das spricht natürlich wieder dagegen! :???:
vb_man
Rote Socken Emu
Beiträge: 19695
Registriert: 21 Nov 2004 12:00

Beitrag von vb_man »

think-or-thwim hat geschrieben:Ich habe es letztens darauf zurückgeführt, daß ich normalerweise erst einmal kräftig in die Pedale treten muss, um aus dem Saartal herauszukommen. D.h. ich habe tatsächlich eine höhere Belastung gleich zu Anfang meiner Radtour, da es ausschließlich bergauf geht. Sobald ich aus dem Tal heraus bin, relativiert sich das wieder.

Allerdings hatte ich die schlimmste Hungerattacke nach 70km an der Saar entlang, sprich nach einer vollommen ebenen Fahrt. Das spricht natürlich wieder dagegen! :???:
Ich hatte am Sonntag eine üble Hungerattacke als ich durch Rossdorf gefahren bin und aus einem Haus hat ein köstlicher Bratengeruch über die Strasse geweht. In dem Moment hat man weder auf ALDI Riegel oder Powerbar oder Malto Plörre Lust!
Benutzeravatar
schorsch
Dachboden Radler
Beiträge: 1776
Registriert: 23 Aug 2004 12:00
Wohnort: neben den schwaben

Beitrag von schorsch »

und ich hatte am sonntag auch eine ganz üble hungerattacke. die aber ganz ohne training (=> weisser sonntag => ui, war das essen gut => danach fett wie 10 hamster) und das habe ich gestern bei den steigungen büsen müssen :-)).
imagic-Liga Serie 9 => ein pünktchen vor triwolf => strike!!!!
Benutzeravatar
PeterMUC
Das Wiesn-EMU
Beiträge: 6284
Registriert: 15 Mär 2005 12:00
Wohnort: Bei der Strick-Liesl

Beitrag von PeterMUC »

vb_man hat geschrieben:
think-or-thwim hat geschrieben:Ich habe es letztens darauf zurückgeführt, daß ich normalerweise erst einmal kräftig in die Pedale treten muss, um aus dem Saartal herauszukommen. D.h. ich habe tatsächlich eine höhere Belastung gleich zu Anfang meiner Radtour, da es ausschließlich bergauf geht. Sobald ich aus dem Tal heraus bin, relativiert sich das wieder.

Allerdings hatte ich die schlimmste Hungerattacke nach 70km an der Saar entlang, sprich nach einer vollommen ebenen Fahrt. Das spricht natürlich wieder dagegen! :???:
Ich hatte am Sonntag eine üble Hungerattacke als ich durch Rossdorf gefahren bin und aus einem Haus hat ein köstlicher Bratengeruch über die Strasse geweht. In dem Moment hat man weder auf ALDI Riegel oder Powerbar oder Malto Plörre Lust!
Das muss am Weissen Sonntag gelegen haben, überall Kommunio-Kinder. AUf meiner Tour hats auch in jedem Dorf lecker gerochen, da waere ich manchmal am liebsten angehalten und haette mitgegessen :smokin:
Du kannst aus einem dicken Schwein kein Rennpferd machen,
aber Du kannst versuchen, daraus das schnellste Schwein zu machen.
Benutzeravatar
Ulfila
Mit Faris zu Taco-Bell Geher
Beiträge: 5097
Registriert: 18 Jun 2004 12:00
Wohnort: Über den Fluß und in die Wälder
Kontaktdaten:

Beitrag von Ulfila »

think-or-thwim hat geschrieben:Ich habe es letztens darauf zurückgeführt, daß ich normalerweise erst einmal kräftig in die Pedale treten muss, um aus dem Saartal herauszukommen. D.h. ich habe tatsächlich eine höhere Belastung gleich zu Anfang meiner Radtour, da es ausschließlich bergauf geht. Sobald ich aus dem Tal heraus bin, relativiert sich das wieder.

Allerdings hatte ich die schlimmste Hungerattacke nach 70km an der Saar entlang, sprich nach einer vollommen ebenen Fahrt. Das spricht natürlich wieder dagegen! :???:
t-o-t, kannst ganz beruhigt sein. Ich bin am Anfang meiner Rennrad-Karriere auch einmal mit einem Hungerast liegeggeblieben. So etwas passiert einem eigentlich nur einmal, weil man von da an immer eine Notreserve dabei hat. Damals war ich nach 50 km mitten in der münsterschen Pampa gestrandet. Im jetzigen Trainingszustand würde mir das an diesem Punkt sicher nicht passieren, aber auf längeren Touren habe ich immer ein paar Riegel dabei.

Je nachdem, was ich trainiere, bemühe ich mich, wie outergate es schon beschrieben hat, die Kohlenhydratzufuhr zu begrenzen/minimieren, um den Fettstoffwechsel zu trainieren bzw. den Übergang erträglicher zu machen. Mit zunehmenden Trainingkilometern kann man sich dann schon sehr gut einschätzen, was geht. Es sei denn, man heißt drullse und knallt ohne Rücksicht auf Verluste durch Ostelbien. :laugh:
Jeder Mensch ist ein Künstler. (Beuys)
Jeder Mensch ist ein Emu. (Ulfila)
MöMö
Eiermann U3 Emu
Beiträge: 9388
Registriert: 22 Sep 2004 12:00

Beitrag von MöMö »

Die Vorbeifahrt an einem Kleingartenkolonie bei bestem Grillwetter gehört zu den "nicht erlaubten Verhörmethoden"
Bigfoot
emulucion Emu
Beiträge: 8006
Registriert: 26 Jun 2004 12:00

Beitrag von Bigfoot »

Da hier alle so eifrig über Hungeräste reden, wohl jeder schonmal einen erlebt hat aber noch nie jemand einen gesehen hat, erlaube ich mir mal eine Skizze eines Hungerastes zu präsentieren:

Hungerast

Bild
(blue-edition)

Ist erstmal nur ein Entwurf und wird sicher noch überarbeitet.
Also ich seh das anders.
Benutzeravatar
BLUE
Schwimm-Emu
Beiträge: 9371
Registriert: 21 Feb 2005 12:00
Wohnort: Cape Town :D
Kontaktdaten:

Beitrag von BLUE »

das ist die schlimmere variante --> der hungerbaum :lachen
Bild
Benutzeravatar
wehaka
100km Emu
Beiträge: 6177
Registriert: 18 Jun 2004 12:00

Beitrag von wehaka »

Bigfoot hat geschrieben:Ist erstmal nur ein Entwurf und wird sicher noch überarbeitet.
Kannste dir eintätowieren lassen. :D
Benutzeravatar
Ulfila
Mit Faris zu Taco-Bell Geher
Beiträge: 5097
Registriert: 18 Jun 2004 12:00
Wohnort: Über den Fluß und in die Wälder
Kontaktdaten:

Beitrag von Ulfila »

BLUE hat geschrieben:das ist die schlimmere variante --> der hungerbaum :lachen
Sag bloß, den gibt es auch beim Schwimmen. :D
Jeder Mensch ist ein Künstler. (Beuys)
Jeder Mensch ist ein Emu. (Ulfila)
chris76
Das (t)rollige Emu
Beiträge: 11938
Registriert: 05 Okt 2004 12:00
Wohnort: wo anders

Beitrag von chris76 »

Bigfoot hat geschrieben:Hungerast
Hatte jetzt eigentlich einen Link zu ebay erwartet. Sach nu: "Trauenstein". ;)
Benutzeravatar
outergate
Emu Steak
Beiträge: 119
Registriert: 16 Mär 2005 12:00

Beitrag von outergate »

PeterMuc hat geschrieben: Aber geht es nicht gerade bei den langen Trainingseinheiten darum, den relativen Bereich zu verschieben ?? D.h. von ichsach ma 60:40 (Kohlenhydrate:Fett) zu 50:50 oder 40:60. Das ist doch genau das, was wir wollen. Das erreichst Du aber nicht, wenn Du immer zu schnell loslegst, da Du dann immer sehr viel energiereiche Phosphate zur Verfügung haben musst, die primär aus dem KH-Stoffwechsel kommen.
Ich gebe Dir voellig recht wasdie absolute Fettverbrennung angeht, die fuer jemanden der Fett loswerden will, sehr wichtig ist. Fuer uns, die wir den Stoffwechsel ökonomisieren wollen, ist die Verschiebung der relativen Bereich aber viel wichtiger.
ich behaupte: man kann den relativen bereich nicht "trainieren", er ist vorgegeben.
wenn du relativ mehr fett verbrennen willst, musst du absolut langsamer fahren :) (warum aber sollte man das tun?)
wenn du langsamer losfährst, kommst du nur deswegen erst später in probleme, weil du über den anfangszeitraum weniger energie benötigt hast. du hast dabei vielleicht relativ mehr fett und weniger KH verbraucht, aber absolut weniger KH UND weniger fett.

stoffwechselökonomisierung ist nicht die verschiebung des relativen bereiches, sondern die anpassung der körperreaktionen auf wiederkehrende, provozierte mangelerscheinungen. und das ist trainierbar. bzw. der anpassungsprozess und die zunehmende ökonomisierung ist eine begleiterscheinung des ausdauertrainings.
das ist aber keine verschiebung des relation, sondern ein anheben des niveaus, auf dem die relation dann aber wieder gleich ist.

so, und nu mal her mit den gegenstimmen :lol:
Zuletzt geändert von outergate am 05 Apr 2005 14:17, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
BLUE
Schwimm-Emu
Beiträge: 9371
Registriert: 21 Feb 2005 12:00
Wohnort: Cape Town :D
Kontaktdaten:

Beitrag von BLUE »

Ulfila hat geschrieben:
BLUE hat geschrieben:das ist die schlimmere variante --> der hungerbaum :lachen
Sag bloß, den gibt es auch beim Schwimmen. :D
klar. wo meinst du halte ich mich fest um nicht abzusaufen :lachen
Bild
chris76
Das (t)rollige Emu
Beiträge: 11938
Registriert: 05 Okt 2004 12:00
Wohnort: wo anders

Beitrag von chris76 »

BLUE hat geschrieben:
Ulfila hat geschrieben:
BLUE hat geschrieben:das ist die schlimmere variante --> der hungerbaum :lachen
Sag bloß, den gibt es auch beim Schwimmen. :D
klar. wo meinst du halte ich mich fest um nicht abzusaufen :lachen
:lachen :lachen :lachen

(So ein Ast brauche ich auch. :( )
Antworten